Freeathlete mit 57 – Bernhard Hügi im Portrait

Bernhard Hügi

Source: Bernhard Hügi

Manchmal braucht es genau diesen einen kleinen Moment im Leben, der alles verändert. Ein paar Sätze, ein ernsthaftes Gespräch. So wie bei Bernhard Hügi. Wer sein Profil auf Freeletics kennt, weiß: Der Mann ist nicht zu stoppen. In gerade einmal 2 Jahren hat er sich bis auf Level 93 raufgekämpft, über 3000 Workouts absolviert. Seine Zeiten sprechen Bände: Aphrodite packt er in 14:24min, Venus in 11:38min. Bei 100 Burpees hat er sich mit viel Ehrgeiz und unermüdlicher Arbeit auf eine atemberaubende Zeit von 4:17min heruntergekämpft. Zwei Aspekte sind es dabei, welche seine Leistungen in ganz  besonderem Licht erscheinen lassen. Erstens: Der Mann ist nicht bereits sein Leben lang begeisterter Leistungssportler, sondern gehört eher zu den Spätberufenen. Zweitens: Bernhard Hügi ist nicht mehr der jüngste Freeathlete. Er ist 57. Eine Geschichte über die Bedeutsamkeit eines Augenblicks und den Beweis, dass Alter nicht gleich „alt sein“ heißt…

Ein Satz, der alles ändert

Ein Rückblick: Es muss ungefähr 2002 sein, und Bernhard Hügi führt das Leben eines typischen 43-Jährigen. Er ist Papa von zwei Kindern im Teenager-Alter und stolz auf sein eigenes kleines Unternehmen im Bereich Dental-Technik, dass er sich aufgebaut hat. Manchmal ist die Auftragslage dünn, und in einer zunehmend schrumpfenden Branche ist es herausfordernd, neue Kunden zu gewinnen. Der Job lässt nicht viel Zeit für Privates, in seiner Freizeit entspannt sich der Schweizer lieber auf der Couch als mit schweißtreibenden Aktivitäten. Zwar geht es im Winter zum Skifahren und im Sommer begleitet er seine Frau beim Surfen und Segeln, aber zur täglichen Routine gehört der Sport nicht. So sammeln sich über die Jahre ein paar Wohlfühl-Pfunde an – „normal, wenn man älter wird“, denkt sich Bernhard und glaubt nicht, etwas ändern zu müssen. Es ist alles okay.

Bernhard Hügi

Source: Bernhard Hügi

Doch dann, eines Tages, ist da dieser Arzttermin. Und plötzlich ist nichts mehr normal. „Wenn Sie nicht aufpassen, haben Sie jetzt jedes Jahr ein Kilo mehr drauf“, prophezeit ihm der Mediziner in einem ernsten Gespräch und malt ihm einen Renteneintritt mit ordentlichem Übergewicht und womöglich gravierenden Herz-Kreislauf-Problemen aus, die ihn nicht gerade 100 Jahre alt werden lassen. Für Bernhard Hügi ist das wie ein Weckruf. Nein, das entspricht ganz und gar nicht dem, wie er sich seine Zukunft ausmalt. Aber wie soll er etwas ändern?

Und dann kommt dieser zweite kleine Moment, der den Stein ins Rollen bringt. Eine 20-jährige Triathletin aus seinem Arbeitsumfeld bekniet ihn nach seinem Erlebnis beim Arzt, an einem Marathon-Projekt teilzunehmen. Es braucht eine Menge Überzeugungsarbeit – doch die junge Frau ist hartnäckig. Zum Glück. Ab da schnürt Bernhard Hügi die Laufschuhe: Von 0 auf 42km in 42 Wochen heißt das ärztlich begleitete Projekt. Und Bernhards Leistungen können sich sehen lassen! Als er im März des darauffolgenden Jahres in Zürich zum Marathon antritt, zeigt die Waage schon über 5 Kilo weniger an. Bernhard läuft – und ist nach nicht einmal 4 Stunden im Ziel. Es ist nur einer von insgesamt 12 Marathons in den darauffolgenden Jahren. Nur einen davon muss er abbrechen. Seinen besten absolviert er in beeindruckenden 3 Stunden 32 Minuten. Und es hätte ewig so weitergehen können… wenn, ja wenn da nicht das Knie irgendwann einen Strich durch die Rechnung gemacht hätte.

Vom Läufer zum Freeathlete

Bernhard Hügi

Source: Bernhard Hügi

Mit einem leichten Zwicken fängt es an. Ein Zwicken, dem Bernhard Hügi erstmal nicht allzu viel Beachtung schenkt. Aber wie das so schön ist bei Gelenkbeschwerden: Es hört nicht mehr auf, sondern wird schlimmer. „Arthrose“, heißt es von Seiten der Ärzte. Mehr als 10 Kilometer, mit Kniebandage, sind von da an nicht mehr drin. Das Laufen wird bald so schmerzhaft, das Bernhard zunehmend auf das Fahrrad umsteigt. Doch der Sport fehlt ihm. Das Auspowern fehlt ihm. Bernhard ist unzufrieden mit der Situation, er will mehr, er will sich wieder richtig bewegen, kämpfen, schwitzen. Es ist Frühling 2014, als er im Internet bei der Suche nach einer Alternative auf Freeletics stößt. Und auch hier dauert es ein paar Wochen, bevor sich Bernhard für einen Versuch entschließt: Er kauft sich den Coach und fängt zum ersten Mal in seinem Leben an, Bodyweight-Übungen auf Basis von HIT/HIIT-Training zu absolvieren.

Die Bilanz nach 15 Wochen: Noch ein paar Kilo weniger. Von mehr als 80kg zu Beginn der Sportkarriere sinkt das Gewicht mit zunehmender Trainingsintensität auf 65 Kilo, geht dann mit dem Fokus Muskelaufbau wieder auf 71kg rauf. Obwohl seine Familie den sportlichen Ehrgeiz manchmal etwas argwöhnisch beäugt, wächst zugleich auch ein wenig Stolz auf den „neuen“, starken Papa. Das Trainingskonzept von Freeletics und später auch Goliaz ist genau das Richtige für den 57-Jährigen: Er kann trainieren, wann und wo immer er will, braucht kein bis wenig Equipment und entwickelt Fähigkeiten, die er vorher nie für möglich gehalten hatte: Pullups und Toes to Bar, Pistols und One Hand Pushups gehören bald zu seiner täglichen Routine. 6 Tage die Woche baut Bernhard begeistert Workouts in seinen Alltag ein und gewinnt neben Kraft und Ausdauer noch etwas anderes hinzu: Freunde fürs Leben. Unterstützt er zunächst nur vituell über die App, wächst bald schon die Neugier an den Athleten dahinter. Über Facebook und WhatsApp wird aus Neugier bald echte Freundschaft, und virtuelle, gemeinsame Trainingseinheiten werden fortan immer wieder auch zu realen Gruppen-Workouts.

Bernhard Hügi

Source: Bernhard Hügi

Doch neben all den großartigen Erlebnissen ist es noch ein ganz besonderes, das Bernhard Hügi für immer in Erinnerung bleibt. Als er eines Tages wieder einmal  die Laufschuhe schnürt, um einen benachbarten Berg zu bezwingen, fällt ihm oben plötzlich auf, dass er seine Kniebandage vergessen hat. „Oh je“, denkt er sich und malt sich bereits die hässlichen Schmerzen aus, wenn er den Berg hinunterläuft. Langsam und vorsichtig setzt er sich in Bewegung, sehr darauf bedacht, nicht zu viel Belastung auf das kaputte Gelenk wirken zu lassen. Doch: Das Knie muckt nicht. Überhaupt nicht. Also wartet Bernhard auf den nächsten Tag, auf ein zeitverzögertes Einsetzen der Schmerzen. Aber das Knie bleibt still. Und so beschließt der Schweizer ein Experiment: Er will noch einmal diese Strecke laufen, ganz bewusst ohne Bandage und schauen, was passiert. Bleiben die Schmerzen wieder weg? Ja! Für Bernhard ist das ein ganz besonderer Moment und die Erkenntnis: Das Bodyweight-Training hat die Strukturen rund um das Knie so gestärkt, dass die Schmerzen der Vergangenheit angehören. Marathon? Muss nicht mehr sein, aber Laufen, um den Kopf freizubekommen und ein tolles Begleittraining neben Freeletics, Goliaz und Co. zu haben: perfekt!

Alter? Das ist nicht mehr als eine Zahl. Sie existiert im Kopf, aber nicht im Herzen. Alter ist keine Grenze, das weiß Bernhard Hügi jetzt genau. Auch mit Mitte 50 kann man sein Leben noch einmal drehen – und dabei viele Jüngere locker in den Schatten stellen. Auf viele weitere sportliche Jahre!

Denise Bernard

P.S.: Wer Bernhard Hügis sportliche Aktivitäten gerne weiterverfolgen möchte findet ihn hier auf Freeletics.

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2 thoughts on “Freeathlete mit 57 – Bernhard Hügi im Portrait

  • Tolle Leistung! Ich bin ebenfalls 57 Jahre alt und mache Freeletics seit Mai 2014! Wenn auch “erst” bei Level 49, so habe ich doch einen Riesenspass am Training und bin, obwohl vorher 32 Jahre im Fitnesscenter, wesentlich leistungsfähiger als in jüngeren Jahren. Bergtouren sind weitaus leichter zu bewältigen und auch sonst fühle ich mich extrem stark und zufrieden. Es war das beste, was mir in den letzten Jahren begegnet ist! Viele Grüße, Sabine

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