Was Kaffee mit eurer Bestzeit zu tun hat

Kaffee

Source: pixabay

Für viele von uns ist es die liebste Gewohnheit des Tages: unsere Tasse Kaffee. Morgens hilft sie uns beim Wachwerden und bei der Arbeit hilft sie, konzentriert zu bleiben. Und wie herrlich ist es, uns mit Freunden oder Familie auf einen Kaffee und einen Plausch zu treffen? Aber habt ihr je Kaffee benutzt, um eure sportlichen Leistungen zu pushen? Nun, falls nicht, solltet ihr das ruhig mal probieren. Kaffee ist ein natürliches Dopingmittel – perfekt, um euch zu Höchstleistungen zu verhelfen. Und auch wenn ihr euch nach dem Training fitter fühlen wollt oder dem Muskelkater vorbeugen möchtet, ist Kaffee eine gute Wahl.

Runter von der Dopingliste, rein in die Tasse

Aber von Anfang an: Wenn wir über Kaffee sprechen, wisst ihr sofort, dass es eigentlich um seinen wichtigsten Inhaltsstoff geht, das Koffein. Es ist bekannt für seine Wirkung auf das zentrale Nervensystem: Es wirkt anregend, kurbelt den Stoffwechsel an, macht wach und hebt die Laune. Die Wahrheit ist: Es hat alles, was es braucht, um auf der Liste der verbotenen Substanzen in der Welt des Leistungssports zu landen… und genau da war es auch! Bis 2004 stand Koffein auf der Dopingliste der Welt-Antidoping-Agentur (WADA), bevor es dann gelöscht wurde, weil der Grenzwert so hoch war, dass ihn ohnehin niemand hätte erreichen können. Ein weiterer Grund war, dass Koffein heutzutage in so vielen Getränken und Produkten Einzug gehalten hat, dass es keinen Sinn gemacht hätte, das Verbot weiterhin aufrecht zu erhalten.

Was genau kann also dieses Koffein? Zunächst einmal: Koffein hat zwei Verwandte, das Theophyllin aus dem Tee und das Theobromin aus dem Kakao. Mehr als 100 Pflanzenarten enthalten diesen Naturstoff – so eben auch der Kaffeestrauch. Rund 30 Minuten braucht das Koffein, um vom Körper aufgenommen zu werden und seine Wirkung zu entfalten. Und diese Wirkung kommt uns Sportlern zugute: Wachheit, Aufmerksamkeit und Konzentrationsvermögen werden gesteigert, die Blutgefäße erweitert, sogar die Sauerstoffaufnahme steigt. Studien haben gezeigt, dass die Menge Koffein von rund 2 Tassen Espresso, also rund 300mg, die Dauer bis zum Einsetzen der Erschöpfung beim Training auf dem Fahrradergometer verlängert und somit die Ausdauerleistung erhöht. Bei rund 3mg Koffein pro Kilogramm Körpergewicht wurden sichtbare Leistungsverbesserungen festgestellt – insbesondere im Ausdauersport! Neben diesem schönen Effekt überzeugte aber auch ein weiterer: Die getesteten Sportler hatten einfach mehr Spaß an ihrem Training und fanden es weniger anstrengend. Auch Studien im Bereich Triathlon, Schwimmen und Laufen kamen auf dieselben Ergebnisse. Nur im reinen Kraftsport kam die Forschung bislang auf noch keine einheitliche Meinung.

Kaffee

Source: pixabay

Der Grund für all diese positiven Effekte liegt in der Eigenschaft des Koffeins vergraben: Zum einen spart es Glykogen ein, der Muskel verliert also weniger schnell seine Kraftreserven. Zum anderen blockiert es im Hirn die Adenosin-Rezeptoren, was Erregbarkeit erhöht und schmerzlindernd wirkt. Wer vor dem Training Koffein zu sich genommen hatte, klagte anschließend seltener über Muskelschmerzen. Durch die Erweiterung der Blutgefäße wird die Muskulatur besser mit Sauerstoff versorgt. Und die Freisetzung von Adrenalin und Dopamin sorgen dafür, dass der Körper auf Hochtouren läuft. Für Sportler negative Effekte wie häufigeres Wasserlassen oder ein erhöhter Flüssigkeitsverlust konnten hingegen nicht festgestellt werden. Auch das Argument, leidenschaftliche Kaffeetrinker seien längst an die Wirkung von Koffein gewöhnt, zieht nicht ganz. Zwar stimmt es, dass mit regelmäßigem Kaffeekonsum die Wirkung nachlässt, jedoch reichen Studien zufolge einige Tage Enthaltsamkeit, um wieder von den positiven Effekten zu profitieren.

Also: Genießt euren Kaffee! Gerne auch mal vor dem Training. Und wenn ihr das nächste Mal einen Wettkampf habt und es euch nicht auf den Magen schlägt, könnt ihr ausprobieren, ob das Koffein euch zu Höchstleistungen bringt. Wer weiß, vielleicht trennt euch nur ein kleiner Espresso von eurer nächsten Bestzeit…?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.